Wikileaks – die Enthüllungsplattform mit Geheimnissen

Wikileaks steht im Visier der Behörden unterschiedlicher Staaten, welche die Plattform abschalten und ihre Inhalte aus dem Internet entfernen lassen wollen. Damit dieses Unterfangen erschwert beziehungsweise unmöglich wird, hat Wikileaks seine Nutzer und Sympathisanten zur Spiegelung der Inhalte aufgefordert. Diese erfolgt durch das Upload der auf Wikileaks vorhandenen Daten über RSYNC+SSH oder FTP. Auf diese Weise sind die von Wikileaks der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Daten im Internet abrufbar, auch wenn die eigenen Server blockiert werden.

Aktuelle Mirror-Seiten für Wikileaks

Was ist Wikileaks?

In einer einfachen Beschreibung lässt sich Wikileaks als Enthüllungsplattform beschreiben. Die Aufgabe der Seite besteht darin, von Regierungen und Unternehmen als geheim eingestufte Dokumente öffentlich zugänglich zu machen. Die Gründung der Plattform erfolgte 2006. Wikileaks finanziert sich durch Spenden. Gelder sind erforderlich, um die anfallenden hohen Servergebühren zu bezahlen. Kosten für Gehälter fallen nicht an, da laut Wikileaks die einzelnen Mitarbeiter ihre Aufgaben ehrenamtlich erfüllen. Wikileaks gründete 2010 in Island die Organisation “Sunshine Press Productions” als erste offizielle Vertretung. Diese erleichtert nicht nur das Einwerben von Spenden, sondern gilt zugleich als erste dem Pressegesetz vollständig entsprechende Wikileads-Niederlassung. Die Wahl fiel auf Reykjavík als Gründungsort , da die Mediengesetze in keinem anderen Staat derart positiv für Enthüllungsplattformen sind wie in Island sind.

Julian Assange und Wikileaks

Der Australier Julian Assange gilt in der Öffentlichkeit als Hauptinitiator von Wikileaks. Unbestritten ist, dass er eine wichtige Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit der Enthüllungsplattform einnimmt. Ob er tatsächlich zu den Gründern von Wikileaks gehörte, wird von ihm widersprüchlich dargestellt. Neben diese Vermutung bestätigenden Äußerungen hat Julian Assange auch betont, dass er kein eigentlicher Gründer der Enthüllungsplattform gewesen wäre. Vermutlich gehört die angebliche Wikileaks-Gründung durch chinesische Dissidenten jedoch zu den bewusst gesteuerten Mythen um die Plattform, während ihre Gründung durch westliche Demokraten und somit auch durch Julian Assange als wahrscheinlich angesehen wird. Erstaunlicherweise gibt es auch seitens der Gegner der Plattform nur verhaltene Kritik an der nicht vollständig transparenten Berichterstattung über Gründung der Enthüllungsplattform, obgleich diese durchaus als Widerspruch zu dem Ziel, Geheimhaltungen unmöglich zu machen, verstanden werden kann. Julian Assange ist in Schweden wegen einer Vergewaltigung angeklagt; er selbst sieht diese Anklage jedoch als unzutreffend und politisch motiviert an. Auffällig ist, dass der Tatvorwurf zunächst von der Vergewaltigung zur sexuellen Nötigung abgemildert und später erneut verändert wurde. Julian Assange fürchtete, nach einer Überstellung nach Schweden und dem Nachweis seiner Unschuld im Vergewaltigungsverfahren an die USA ausgeliefert zu werden. Dort wird gegen ihn und Wikileaks unter anderem wegen Hochverrats ermittelt. Julian Assange entzog sich der drohenden Auslieferung durch das Stellen eines Asylantrages in der Botschaft von Ecuador.

Staatliche Repressalien gegen Wikileaks

Da Wikileaks auch der militärischen Geheimhaltung unterliegende Dokumente veröffentlicht, haben mehrere Staaten den Zugang zur entsprechenden Webseite gesperrt. Die USA veranlassten dort ansässige oder tätige Unternehmen zudem zum Einfrieren der für Wikileals eingehenden Spendengelder. Zudem lassen sich Bedrohungen gegenüber Julian Assange eindeutig belegen, da sowohl Militärangehörige als auch rechte US-Politiker die Todesstrafe wegen Geheimnisverrats fordern. Diese Äußerungen werden zwar auch von öffentlicher Seite kritisiert, eine langjährige oder gar lebenslange Haftstrafe wegen Geheimnisverrats droht Julian Assange als wahrscheinlichen Gründer und Sprachrohr von Wikileaks jedoch in jedem Fall.